HOME AKTUELLE BILDER EVENTS INFOS FORUM LINKSAMMLUNG WINDRECHNER16. Januar 2019 06:45
Navigation
AKTUELLE BILDER
BILDARCHIV 2007
BILDER 2003-2006

EVENTS
SPOTGUIDES
REISEBERICHTE
WKS-ARTEN
X-TREME
FORUM
LINKSAMMLUNG
WINDRECHNER

Suche
Kontakt
Impressum
Aktuellstes Bild:

Zufallsbild:

24. März 2010
Letzte Kommentare
Fotos
:shaka:
05.05.-06.05.2018 ...
der Wind war an di...
Früher aufstehen, ...
:shaka::shaka::sha...
WE is gesichert...
Auf dem Gipfel des...
Ursprünglich im Os...
Yoga ist eine indi...
viva la vida !
Sibirien-Baikalsee 2008
200x146200x146Eines der größten Snowkite Abenteuer unserer Zeit. Mehr als 1.000 Kilometer Distanz mit Kite und Schlitten auf über 30.000km? Eis!

Hardy Brandstötter berichtet...
Endlich war es soweit. Ende März stieg ich in die Tupolev nach Russland. Mit im Gepäck meine 80 Kilo schwere Ausrüstung, die mich die kommenden Wochen begleiten sollte. Die Anreise über Moskau und Irkutsk, wo ich so einiges an Schmiergelder liegen lassen musste, um meine Ausrüstung überhaupt an den Ausgangspunkt zu bekommen, war mehr als Nerven aufreibend. Ich fühlte mich erst sicher und zufrieden, als ich mit meinen Habseligkeiten nördlich von Severobaykalsk, bei Nizhneangarsk am Eis stand. Erschöpft von der dreitägigen Anreise schlief ich die Erste Nacht bei ?25C° wie ein Stein in meiner Villa, wie ich mein kleines Hilleberg - Zelt nannte. Erst am nächsten Tag realisierte ich, dass ich endlich an dem Ort war, von dem ich schon seit Jahren träumte. Am einzigartigen und Sagen umworbenen Baikalsee im Süd - Osten Sibiriens. Die optimalen Bedingungen des ersten Tages schienen eine Einladung zu sein, um gleich die ersten Kilometer Richtung Süden anzugehen. Körperlich fühlte ich mich sehr gut. Das Training der letzten Monate sollte nicht umsonst gewesen sein. Im Kopf aber spielte sich so einiges ab. Es war einerseits ein absolut umwerfendes und faszinierendes Gefühl auf dem Baikal zu sein. 200x146200x146Andererseits überwiegte zu Beginn dennoch eine Art Demutszustand. Mit gesenktem Kopf legte ich die ersten zwei Tage meinen Weg zurück. Jedes mal, wenn ich aufblickte, wurde ich von dem Anblick der Massen an Eis, der unendlichen Weite und der Einsamkeit förmlich erdrückt. Hinzukam, dass ich zwar trotz meiner kleinen Absicherung in Form eines Peilsenders, abgeschnitten von der Außenwelt und nun absolut auf mich und mein Material angewiesen war. An den ersten beiden Tagen legte ich an die 140 Kilometer zurück, größtenteils mit dem Kite. Das anfänglich vorsichtige Gehen legte sich bald. Ich wusste zwar, dass das Eis eine Dicke bis zu 150cm aufwies, manchmal schien es aber nur wenige Zentimeter dick zu sein. In diesem ursprünglich vulkanischen Gebiet gibt es noch warme Quellen im See, welche das Eis mancherorts angreifen. Es half nichts, ich musste mich einfach fortbewegen, um an mein Ziel zu kommen. Sollte ich einbrechen, könnte ich ja immer noch auf meine zweite Garnitur zurückgreifen. Auch das Gefühl der erdrückenden Weite legte sich, ich fühlte die absolute Freiheit und befand mich nun in meinem Element. Bevor die Sonne morgens ihre ersten Strahlen auf die unwirklichen Eisformationen warf, war ich meist schon unterwegs und nutzte eine zum Teil herrschende Morgenthermik. 200x146200x146Meine Rastzeiten von je 40 Minuten nach jeweils 3 Stunden Bewegung hielt ich konsequent ein, um Nahrung aufzunehmen und das Material zu präparieren. Auch wenn es manchmal einfach lief und ich in einem richtigen Flowzustand war, so musste ich für unerwartete Schwierigkeiten gerüstet sein und mit meiner Energie haushalten. Im Schnitt war ich 13 Stunden am Tag unterwegs, davon 9 Stunden in Bewegung. Die Augen durfte ich in meinen Rastzeiten nie schließen. Einmal döste ich binnen Sekunden weg und vergeudetet somit wertvolle Zeit. Nach drei Tagen auf relativ glatten Eis, traf ich das erste Mal auf Eisbarrieren. Die unglaublichen Massen an Eis sind ständig in Bewegung. Es knackst und knarrt die ganze Zeit. Hin und wieder donnert es und Risse tun sich auf. Die Eisbrüche am Baikal können bis zu 2 Meter hoch und ein Durchkommen manchmal zu einer schwierigen Angelegenheit werden. Mit dem Feldstecher suchte ich meinen Weg durch die Eisbrüche. An Kiten oder Gehen mit den Tourenskiern war hier nicht zu denken. Mit Bergschuhen und Steigeisen lief ich stundenlang durch die Barrieren. Ständig brachen die Eisplatten unter mir und ich musste mehrere Rastzeiten einlegen, weil meine Konzentration oft sehr schnell nachließ. 200x146200x146Mit Glück waren die Barrieren nur wenige Kilometer lang und ich konnte nach der Überquerung eines Eisbruches wieder mit dem Kite fortsetzen. Am fünften Tag schien ein Eisbruch einfach nicht enden zu wollen. Durch die Luftspiegelung sah es oft so aus, als wäre er nach 10 Kilometern zu Ende. Nach 12 Stunden durch Eiszacken, Eisplatten und ständig donnernden Eis war immer noch kein Ende in Sicht. Eine Kopfsache! Was ist, wenn die nächsten 300 Kilometer nur aus Eisbarrieren bestehen? 35 Kilometer und 14 Stunden später setzten meine Steigeisen dann endlich wieder auf brauchbaren Eisuntergrund auf. So ging es weiter und weiter. Je nach Untergrund mit Kite, Tourenski, oder Steigeisen. Permanent im Wechsel. Im Schnitt konnte ich 70% der Strecke kiten. Den Rest musste ich zu Fuß zurücklegen. Das Eis des Baikal ist nicht mit herkömmlichen Eis zu vergleichen. Die spitzen Kristalle lassen die besten Ski permanent stumpf werden. So musste ich bis zu dreimal täglich die Ski schleifen und mit Swix wachsen. Am sechsten Tag boten sich zwei Highlights an. Zum einen überquerte ich die Stelle, Nähe der Insel Olkhon, wo sich der tiefste Punkt des Sees (1640 Meter) befand. 200x146200x146Zum zweiten wollte ich bei den Ushkaniy Inseln die einzigen Süßwasserrobben der Welt, die Baikalrobben, besuchen. Knapp 20 Kilometer Umweg nahm ich auf mich, um einen Weg durch die Eisbarrieren rund um die Ushkaniy Inseln zu finden. Ich scheiterte jedoch und musste ein wenig enttäuscht, meinen Weg Richtung Süden fortsetzen. Je südlicher ich kam, desto wärmer wurde es. Angenehme -5 C° bis -10 C° Grad machten das Kochen und Schlafen leichter. Aber auch das Eis wurde dünner und machte von Tag zu Tag mehr Geräusche. Am achten Tag beutelte mich ein Sturm, der aus dem Nichts mit 120 Km/h aufzog, um 4 Uhr Früh aus dem Zelt. An diesem Tag schaffte ich gerade mal 30 Kilometer zu Fuß gegen den Sturm. Als der Sturm sich am Abend legte und die Sicht besser wurde, hatte ich einen wunderbaren Blick auf das Grenzgebirge, welches zwischen der Republik Buryatien und der Mongolischen Grenze liegt, dem Khamar Daban. Das Eis wurde besser und der Wind spielte mit. Am elften Tag kam ich am Ende des Baikal, bei Kultuk an. Ich hatte es auf den Weg dorthin schon geahnt: Je südlicher ich kam, desto weniger wurde der Schnee. 200x146200x146Die Luft um die Baikal Region ist extrem trocken und der Niederschlag sehr gering. Ich ließ meine Pulka am Eis in Kultuk und stieg, in der Hoffnung einen Weg über das Tunkinskie Goltsy Gebirge zu finden, mit leichtem Gepäck bei Gramthuka auf. Es würde unmöglich sein, meine Pulka über das Steppengras und durch die riesigen Wälder zu ziehen. Ohne genügend Schnee hatte ich keine Chance. Nach meinem Abstieg zurück nach Kultuk hatte ich mein erstes Erlebnis mit den Wolfshunden. Fünf dieser Gesellen schlichen im Umkreis von 200 Meter um mein Zelt. Verständlich in Ufernähe. Ich war zu müde an diesem Abend, um wieder weiter auf das Eis hinaus zu gehen und musste damit leben, dass ich diesmal nicht alleine war. Bis zur Dunkelheit versuchte ich sie zu beobachten. Dann verbrachte ich trotzdem noch, mit entsicherter Waffe, eine halbwegs ruhige Nacht im Zelt. Weitere drei Tage benötigte ich nach Listvjanka, meinem neuen Zielpunkt. Ich genoss die weitere Zeit am Eis, da meine lang ersehnte Reise langsam ein Ende fand.200x146 200x146Am Ende waren es 1.080 km unter allen nur vorstellbaren Bedingungen. Temperaturen von knapp über 0 Grad bis -25 Grad. Wind von 0 bis 120 Km/h - sich ständig ändernden Eisbedingungen und interessanten Situationen, die es zu bewältigen gab. Sieben Kilo leichter trat ich eine ebenso schwierige Rück- wie Hinreise nach Österreich an. Wehmütig, den großen Baikal verlassen zu müssen. Mit einem anderen Ziel und mehr Nahrung hätte ich wochenlang meinen Schlitten durch diesen magischen Fleck der Erde ziehen können. Der Beitrag lässt wahrscheinlich nur erahnen, wie faszinierend und magisch die Region um den Baikal ist. Ich für meinen Teil habe wieder ein weiteres Stück unseres Planeten entdeckt. Allerdings schlummert das nächste Projekt schon tief in mir...

Mehr über Hardy Brandstötter...
WOODBOARD im Testcenter
wood board
facebook
Facebook
Gerüchteküche
Du musst Dich einloggen, um eine Nachricht zu schreiben.

walter
17. Oktober 2018
Fr.Sa.So. Podersdorf....

walter
22. September 2018
Montag Schwerer Sturm!

walter
01. Mai 2018
05.05.-06.05.2018 Podersdorf Surf Games 2018

walter
19. Januar 2017
WE BB SO

walter
14. Januar 2017
Morgen wieder Podersdorf Snowkiten...

Gerüchteküche Archiv
Login
Username

Passwort



Passwort vergessen?
Fordere Hier ein neues an